eCommerce- und Onlinemarketing-Blog


Praxiswissen E-Commerce

Praxiswissen E-Commerce

 

Zusammen mit Michael Keukert habe ich mich einige Monate hingesetzt und viele Fragen, die unsere Kunden uns gestellt haben, in einem Buch zusammengefasst. Unsere eigene Erfahrung aus dem langjährigen Betrieb unserer eigenen Onlineshops sind dabei ebenso eingeflossen, wie die Praxiserfahrungen und Tipps von vielen Onlineshopbetreibern.

Angefangen haben wir mit einem Schreibwochenende im September 2013, unter anderem im Standcafe The Sunset auf Ameland. Begleitet haben uns in den folgenden Monaten nicht nur jede Menge Sand, den wir im Auto mit zurück gebracht haben, sondern auch unzählige Tassen Kaffee, schlaflose (weil durchgeschriebene) Nächte und jede Menge gegenseitige Aufmunterung. Passend zum Einstieg: Die letzten Kapitel haben wir am Strand von Bagenkop geschrieben. Da bekam der Abschnitt “Internationalisierung” gleich seine eigene Bedeutung.

Und was haben wir da nun geschrieben? Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt und richtet sich sowohl an diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, zum ersten Mal einen eigenen Onlineshop zu eröffnen, als auch an die, die bereits einen Shop haben. Die vielfältigen Themen haben wir auf über 500 Seiten mit jeder Menge Praxisbeispielen und Grafiken unterstützt. Aus dem Inhalt:

Pre-Sales Das Buch deckt alle Bereiche des realen E-Commerce in der Praxis ab. Der erste Abschnitt widmet sich den Themen, die vor dem Start des Online-Shops wichtig sind: Von der Definition von Zielgruppen bis zur Erstellung eines Businessplans unter Berücksichtigung von variable und fixe Kosten. Die Entscheidung für die richtige Software, Tipps für die Agenturauswahl, Ratschläge zum Finden des idealen Domainnamens und natürlich ein realistischer Zeitplan werden ebenso behandelt.
Sales Im zweiten Buchabschnitt dreht sich alles um den eigentlichen Kaufvorgang. Dabei geht es vor allem um die Inhalte Ihres Shop-Systems. Der optimalen Produktpräsentation und dem Checkout-Prozess im Online-Shop wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Abwicklung von Bestellungen (Logistik) spielt dabei ebenso eine Rolle wie Zahlungsarten und Zahlungsausfall. Und natürlich geht es auch um die rechtlichen Aspekte des Online-Handels in Deutschland und bei der anstehenden Internationalisierung eines Online-Shops.
After-Sales Und weil »nach dem Kauf« auch immer »vor dem Kauf« ist, beschäftigt sich der dritte Teil des Buches ausführlich mit Marketing-Fragestellungen. Dabei geht es um Kundenservice und Offline-Werbung (Paketbeileger, Mailings, Anzeigenwerbung), um Online-Marketing mit Suchmaschinen, Google AdWords, E-Mail-Marketing und um den geeigneten Social-Media-Einsatz bis hin zu Shop-Controlling und dem Verkauf auf anderen Plattformen.

Ein besonderer Dank geht nochmal an den O’Reilly-Verlag, unsere Lektoren Volker Bombie und Inken Kiupel und unsere Interviewpartner Christoph Schmitz-Schunken, Dr. Christian Ankowitsch, Hubert Mirgartz und Iris Lutz.

Das Buch gibt es ab heute im lokalen Buchhandel. Natürlich auch online. Oder bei uns in der Agentur.

VK: 39,90 €
Broschiert: 544 Seiten
Verlag: O’Reilly; Auflage: 1 (30. Oktober 2014)
ISBN-10: 3955615081
ISBN-13: 978-3955615086

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So konsumiert Deutschland in Echtzeit

Der Morgenkaffee ist bei vielen zum Frühstück und im Büro nicht mehr wegzudenken. Wussten Sie, dass in Deutschland 2314 Tassen pro Sekunde getrunken werden?

Die animierte Infografik „So konsumiert Deutschland in Echtzeit“ zeigt anhand bekannter Händler und Produkte einen Teil des deutschen Konsumverhaltens in Echtzeit. Online spielt dabei eine immer größer werdende Rolle. Dabei gibt es einige interessante und erstaunliche Punkte zu entdecken – oder wussten Sie, wie hoch der sekündliche Umsatz im Bereich E-Commerce ist? Oder wie viel Umsatz Amazon im Vergleich zur Edeka-Gruppe täglich macht?

Klick: Ein Klick auf die Grafik zeigt die Zahlen in Echtzeit.

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Account-Hygiene bei AdWords, MailChimp und Co.

Account Hygiene

Freitag, 18:30 Uhr. Der Filmproduzent aus Österreich war sehr erfreut, noch jemanden telefonisch zu erreichen. Es müsse unbedingt ein Mailing wegen Verleihrechten gesendet werden, jedoch “stimme irgendwas mit dem MailChimp nicht” und ob wir uns das mal anschauen können?

Der Blick in die insgesamt zwei MailChimp-Accounts förderte denn auch einiges Chaos zutage. Neben zahlreichen Testlisten fanden sich auch Listen, die nur für bestimmte Aussendungen erstellt wurden. Beide Accounts hatten teilweise überlappende Listen, jedoch mit unterschiedlicher Abonnentenzahl. Anmeldeformulare gingen mal auf den einen, mal auf den anderen Account. Das Konsolidieren der verschiedenen Listen in einem Account hat mich eineinhalb Stunden Arbeit gekostet, dafür konnte der Newsletter aber rechtzeitig versendet werden.

Account-Hygiene ist ein heißes Thema, sei es bei MailChimp, Google AdWords oder anderen Werkzeugen im Onlinemarketing. Gerade, wenn man einen Account mit mehreren Personen bearbeitet, ist das Einhalten einheitlicher Namens-Schemata der erste Schritt zu weniger Chaos. Bewährt haben sich einheitliche Abkürzungen und Datumsformate. So ist “DE-AIX-20140922″ beispielsweise eine Kampagne in deutscher Sprache, die von AIXhibit eingerichtet und am 22.9.2014 ausgesendet wurde.

Test-Liste, Test-Kampagnen, Test-Anzeigen – alles schön und gut, aber der Test ist irgendwann zu Ende. Danach sollten diese Einträge gelöscht oder archiviert werden. Leider habe ich auch schon Fälle gesehen, wo eine vermeintliche Testkampagne tatsächlich im Produktiveinsatz war – weil niemand sich traute, sie umzubenennen.

Jede Kampagne, jede Maßnahme, jede Liste setzt mit der Zeit Speck an und verschmutzt. Genau so, wie Sie regelmäßig Zähne putzen, sollten Sie auch regelmäßig Ihre Onlinemarketing-Werkzeuge putzen. Seien Sie dabei nicht zimperlich. Ein Listensegment, an das ein halbes Jahr lang keine Mails mehr gesendet wurden, ist mit großer Wahrscheinlichkeit überflüssig. Eine Anzeigengruppe, die 3 Monate pausiert war, wird vermutlich nicht mehr gebraucht. Wenn Sie sich nicht trauen, diese Altlasten zu löschen, dann exportieren Sie die Inhalte in eine lokale Datei, so dass sie zur Not nochmal wiederhergestellt werden können. Das werden Sie zwar nie machen, aber es beruhigt die Nerven.

Halten Sie Ihre Accounts sauber – und bleiben Sie produktiv.

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Apple Pay – E-Commerce-Revolution in 2 Minuten

Apple Pay

Gerade einmal 2 Minuten brauchte Eddy Cue, Senior Vice President bei Apple, um eine stille Revolution im Online-Handel einzuläuten. Am Abend des 9. September versammelten sich Apple-Enthusiasten und Fachpresse um einer der zwei jährlichen Produktvorstellungen zu lauschen. Überraschungen gab es wenige: Sowohl das iPhone 6 als auch die Apple-Armbanduhr waren beide schon vorher durchgesickert. Auch der mobile Bezahldienst Apple Pay überraschte niemanden: Das Bezahlen per Mobiltelefon existiert als Konzept schon länger. Zugegeben, Apple hat das mobile Bezahlen extrem einfach, extrem elegant und sehr unaufwendig gestaltet – dennoch bis dahin noch keine große Überraschung.

Doch dann fragte Eddy Cue beinah nebenher “What about online?” – was ist mit dem Online-Handel? Und fuhr dann fort, dass Apple das System nicht nur für den stationären Handel konzipiert hat, sondern auch für den E-Commerce zur Verfügung stellt. Einige große Onlinehändler konnten schon für das System geworben werden, dessen Stärken neben der Bequemlichkeit für den Kunden vor allem in der Sicherheit liegen: Der Onlinehändler erhält zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die Zahlungsdaten des Kunden. Aber auch das ist für den “normalen” Onlinehandel daily business. Die gesamte Apple Pay-Kommunikation läuft über einmalige Transaktions-ID’s. Die Zahlung wird vom Kunden per Fingerabdruck freigegeben – die Lieferdaten werden dabei automatisch an den Shop übermittelt. Der Kunde muss seine Kreditkartendaten selbst auch nicht mehr eingeben; es werden die bei Apple hinterlegten Daten genutzt. Zahlen per Fingerabdruck.

Systeme wie Amazon Payments oder PayPal Express Checkout bieten diese Funktionen schon lange. Der deutsche Versandhandelsveteran Otto hat vor noch nicht allzu langer Zeit angekündigt, ebenfalls ein solches System herauszubringen. In der Praxis sind diese Modelle aber eher mitunter unkomfortabel zu bedienen und mit Medienbrüchen verbunden. Ich selbst habe erst kürzlich in einem Shop per Amazon Payments bezahlt und mich geärgert, wie kompliziert dieser doch vermeintlich einfache Prozess war und wie verwirrend die Benutzerführung gestaltet wurde (von dem 1 EUR Zusatzgebühr für diese Zahlungsart ganz zu schweigen).

Was Apple da neulich vorgeführt hat, war elegant, einfach, nachvollziehbar und schnell. Vor allem vermittelt es dem Kunden den Eindruck von Sicherheit und Bequemlichkeit. Mit weit über 500 Millionen verkauften iPhones weltweit verfügt Apple über eine Marktdurchdringung, mit der dieses Zahlungssystem, das ab Oktober nahezu jedem iPhone- und iPad-Nutzer kostenlos zur Verfügung steht, ein nicht zu unterschätzender Faktor ist. Mobile Commerce ist mit Apple Pay erwachsen geworden.

Ich geh dann mal, ein Buchkapitel neu schreiben…

 

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Energieeffizienz-Label: Ab 2015 Pflicht im Onlineshop

Energieeffizienz Label Onlineshop

Die nicht ganz so neue Neuerung betrifft alle Onlineshopbetreiber, die Elektrogeräte im Internet verkaufen, für die die Angabe der Energieeffizienz vorgeschrieben ist. Hierzu zählen Geräte aus den folgenden Kategorien: Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner, Kühlschränke, Lampen und Leuchten, Fernseher, Staubsauger Warmwasserbereiter und Raumklima- und Raumheizgeräte.

Schon heute muss die Energieeffizienzklasse für alle neuen Produkte auf der Produktdetailseite ausgewiesen werden. Ab 1. Januar 2015 ist darüber hinaus aber auch die Abbildung des bekannten Energielabels mit Angabe der Klassifizierung A++ bis E erforderlich. Zudem muss das vom Gerätehersteller zur Verfügung gestellte Produktdatenblatt zur Verfügung gestellt werden. Laut Verordnung müssen beide Informationen vom Gerätehersteller in elektronischer Form zur Verfügung gestellt werden. Es ist also davon auszugehen, dass Onlinehändler die erforderlichen Daten über Downloadbereiche auf den Herstellerwebseiten beziehen können.

Interessant ist, dass sich die Europäische Komission offensichtlich Gedanken über die Umsetzung der Verordnung auf den verschiedenen Geräteklassen gemacht hat, auf denen ein Onlineshop dargestellt werden kann (Desktop, Tablet, Smartphone). In der Verordnung wird “gestattet”, die gestalterischen Umsetzung im Onlineshop über eine “geschachtelte Anzeige” zu realisieren. Wie auch immer einer Richter am Amtsgericht Hinterwald “geschachtelte Anzeige” dann interpretieren mag.

“Da die Anzeige des Etiketts und des Datenblatts neben dem Produkt mehr Platz auf dem Bildschirm in Anspruch nehmen könnte, sollte es gestattet werden, sie mithilfe einer geschachtelten Anzeige darzustellen.”

Den genauen Wortlaut der VO 518/2014 stellt EUR-Lex zur Verfügung.

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Authorship-Information verschwindet aus der Google-Suche

Google Authorship-Information

Relevanz ist das A und O der Google-Suche und die zentrale Komponente, die Google die Führungsposition unter den Suchmaschinen einräumt. Google erweitert beständig sein Analyse-Instrumentarium um Signale für Relevanz zu finden. Vor noch nicht einmal drei Jahren verkündete die Suchmaschine, dass man künftig dem Autor eines Web-Textes besondere Relevanz beimessen würde. Webentwickler wurden aufgefordert, den jeweiligen Autor der Texte auf einer Website über ein maschinenlesbares Format zu hinterlegen. Google analysierte die Beiträge der Autoren und das Themenumfeld, in dem die Beiträge publiziert wurden. In den Suchergebnissen rückten die Websites, auf denen die Beiträge standen, in den Hintergrund. Stattdessen wurde ein Foto und die Autoren-Information prominent neben dem Titel eines Beitrags platziert. Der “Author Rank” war geboren.

Gestern nun hat Google angekündigt, dass man dieser Angabe keine Relevanz mehr beimessen wird. Die Autorenbilder sind bereits vor einigen Wochen aus den Suchergebnissen verschwunden – nunmehr wurde angekündigt, dass das maschinenlesbare Format nicht mehr ausgewertet würde und auch der Autoren-Name aus der Suche verschwindet. Erhalten bleiben die Autoren-Angaben zunächst nur noch, wenn man (als Google-Nutzer) mit dem Autor des Artikels auf Google+ verbunden ist. Ob dies dauerhaft so bleibt, kann derzeit niemand außerhalb von Google sagen.

Google entwickelt Innovationen in atemberaubendem Tempo. Viele davon gelangen nie über einen geschlossenen Betatest hinaus, aber auch bei Angeboten und Funktionen, die der Öffentlichkeit zugänglich waren, scheut sich Google nicht, diese – auch gegen große Proteste wie im Falle des Google Reader – zu beenden. Die englischsprachige Wikipedia hat sogar eine eigene Kategorie für eingestellte Google Projekte. Im Falle des Author Rank führt Google primär geringere Relevanz als erhofft als Grund an, verbunden mit dem Hinweis, dass die Autorenbilder mitunter sogar zur Verwirrung beitrugen. Unter Online-Marketern wurde schnell die Vermutung laut, dass die Autorenbilder die Klicks auf bezahlte Google AdWords-Werbung verhinderten, auch wenn dies im Ankündigungspost explizit verneint wurde.

So bleibt nur die Spekulation, denn harte, belastbare Fakten hat Google nicht veröffentlicht. Es bleibt bei der alten Weisheit, die um so mehr auf Google zutrifft: es ist nichts so beständig, wie der Wandel.

 

 

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