E-Commerce-Blog


Crowd-Investment zur Onlineshop-Finanzierung

Crowd-Investments / Crowd-Funding

Crowd-Investment als Mittel zur Erst- oder Wachstums-Finanzierung für Onlineshops. Viele Onlineshops stehen schon nach kurzer Lebenszeit vor der Frage der Erst- oder Wachstumsfinanzierung. Wachstum aus den eigenen liquiden Mitteln zu finanzieren ist ein hehres Ziel, in der Regel aber nur schwierig umzusetzen.Neben der klassischen Kapitalbeschaffung über einen ggfs. auch geförderten Kredit bei der Hausbank, spielt inzwischen häufig auch das Media for Equity-Modell eine Rolle. Verkürzt: Kapitalanteile werden gegen Medienleistungen getauscht. Für beide Seiten oft ein lohnendes Investment, wenn es allein darum geht, auf die Schnelle Marktanteile zu akquirieren. Wenn zum Beispiel die zum Pro7/Sat1-Konzern gehörende SevenVentures ihre Fühler nach einem Investment ausstreckt und Sendezeit bzw. Werbeplätze zur Verfügung stellt, ist die Marschrichtung klar: Nach oben. Die Beispiele Brille24 oder Amorelie sind in der “werberelevanten Zielgruppe” längst ein Begriff. Konkurrenten bleibt dann häufig keine andere Wahl, als sich ebenfalls nach einem potenten Partner umzusehen, die Segel zu streichen oder in eine Nische auszuweichen.

Kommen beide Wachstums-Modelle für den eigenen Onlineshop nicht in Frage (aus welchen Gründen auch immer), dann bleibt (neben anderen) immer noch der Weg der Finanzierung durch die Masse: Crowd-Investment. Crowd-Funding ist inzwischen vielen ein Begriff. Bekannte Anbieter wie zum Beispiel Kickstarter sammeln Geld in der Masse ein und versprechen im Gegenzug oft ein Vorkaufsrecht oder einen niedrigeren Kaufpreis. Mehr aber auch nicht. Für den E-Commerce-Bereich sind diese Plattformen meist ungeeignet.

Ganz im Gegenteil zum Crowd-Investment. Hier gibt es für die Geldgeber oft Anteile am gesamten Unternehmen. Diese Art der Investmentform ist der breiten Masse kürzlich durch die VOX-Sendung “Höhle des Löwen” bekannt geworden. Fünf gestandene Unternehmer investieren in interessante Business-Projekte. Zum Großteil waren auch hier Onlineshops und E-Commerce-Projekte am Start, denen das Geld für das eigene Wachstum fehlte. Gute Idee vorhanden, aber kein Kapital für das breit angelegte Marketing. Gründer tauschen Anteile am eigenen Unternehmen gegen Vernetzung, Marktpotential und Unternehmer-Erfahrung.

Ähnlich funktioniert auch das Crowd-Investment. Hierbei stehen dem Unternehmer jedoch nicht fünf Investoren gegenüber, sondern die breite Masse des Internets. Auf Plattformen wie Seedmatch, innovestment oder Fundster werden Unternehmen vorgestellt, die Idee ggfs. bewertet und dann startet auch schon die Finanzierungsrunde. Je nach Modell geht es zum Beispiel um GmbH-Anteile oder nachrangige Darlehen.

Für den Investor sollte jeweils klar sein, dass das Verlustrisiko bei 100% liegen kann. Zwar bekommt er in der Regel sein Geld sofort zurück, wenn die Minimalschwelle des Gesamtinvestments nicht erreicht wurde. Geht die Finanzierungsrunde für das E-Commerce-Projekt aber erfolgreich zu Ende, muss er dem Unternehmen bzw. dem Unternehmer, den er ja in der Regel nur über die Investmentplattform kennengelernt hat, voll vertrauen. Keine Garantie auf eine Gewinnausschüttung oder gar auf einen ertragreichen Exit (geplanter Ausstieg aus dem Unternehmen nach einer Zeitspanne von oft mehreren Jahren).

Steuerliche und rechtliche Probleme bei Crowd-Investment

Schlimmer noch: Für den Investor und den Unternehmer kann sich ein unüberlegtes Crowd-Investment oder ein vorschnelle Finanzierungsrunde über eine Internetplattform auch steuerlich oder finanziell negativ auswirken. Sei es, weil eine atypisch-stille Gesellschaft gegründet wurde (ohne, dass die Beteiligten das so wollten) oder weil ein vorzeitiger Exit die Bewertung des Unternehmens erforderlich macht. Verbunden mit Kosten im vier- oder fünfstelligen Bereich. Christoph Schmitz-Schunken, Fachanwalt für Steuerrecht, hat die möglichen Konsequenzen kürzlich in seinem Standpunkt “Crowd-Funding – Die Heirat in Las Vegas!” aufgeführt.

Für beide Seiten, für den Investor und auch für den kapital-sammelnden Onlineshop-Betreiber, sollte das durchaus verlockende Modell Crowd-Investment wohl durchdacht sein. Denn auch wenn die Investition für den Einzelnen vielleicht nur 100,- € beträgt: Wenn weg, dann weg. Und wenn Minimal-Beteiligung an einem Unternehmen das Ausfüllen der Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) erforderlich machen, dann können die Kosten für den Steuerberater die erwarteten Gewinne schnell übersteigen.

Für den Onlineshopbetreiber gilt auf der anderen Seite: Wie viel Einfluss sollen Externe in meinem Unternehmen haben? Was mache ich mit meinen eigenen Anteilen, wenn eine zweite Finanzierungsrunde ansteht? Und was geschieht, wenn Großinvestoren ungeplant austeigen oder ihre Anteile verkaufen wollen? Wie bei jedem Finanzierungs- und Beteiligungsgeschäft gilt auch hier: Lieber vorher beraten lassen, als hinterher draufzahlen!

 

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Jeder zweite Onlineshop hat auch ein Ladenlokal

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Onlineshops nutzen unterschiedlichste Vertriebswege. Neben dem eigentlichen Shop existieren dabei Auftritte auf Marktplätzen im Internet, zum Beispiel Amazon, Rakuten oder eBay. Dazu kommt der klassische Katalog oder das Teleshopping im Fernsehen. Laut einer aktuellen Statista/EHI-Studie verfügen rund die Hälfte aller Onlineshops zusätzlich über ein eigene lokale Präsenz. Aus dem veröffentlichten Ausschnitt der Studie geht leider nicht hervor, welche Form der Ladengeschäfte gemeint ist, aber es ist davon auszugehen, dass es sich dabei nicht um die in Deutschland noch relativ seltenen Popup-Stores handelt.

Auch ist leider nicht klar, was zuerst kam: Die Henne oder das Ei? Der Onlineshop oder das Ladenlokal? Der Trend ist klar. Viele (erfolgreiche) Only-Pure-Player wagen aber den Schritt aus dem E-Commerce heraus in den stationären Einzelhandel. Trotzdem ist bei der hohen Quote davon auszugehen, dass es sich zuallererst um Ladenlokale/Handelsunternehmen/Ketten handelt, die auf Basis eines bestehenden Konzeptes den Schritt in die virtuellen Märkte gegangen sind.

Onlineshop+Ladenlokal = Commerce ohne “E-”

Diese Studie ist ein guter Beleg für die dafür, das “E-” aus “E-Commerce” zu streichen. Schon jetzt haben es Unternehmen schwer, die ausschließlich im stationären Handel aktiv sind. Sie müssen aus dem Ladenlokal heraus den Weg in die virtuelle Welt wagen. Und die reinen Versandhändler drängen allen Unkenrufen über aussterbende Innenstädte zum Trotz immer mehr in die Fußgängerzonen. Über kurz oder lang werden nur die Händler bestehen, die beide Vertriebskanäle nutzen und sinnvoll miteinander zu verknüpfen wissen: Online und Offline. Demnach ist es nur konsequent, aus dem dem “E-Commerce” ein “Commerce” zu machen und die Vertriebswege “Onlineshop” und “Marktplätze” auch nur als das zu betrachten, was sie eigentlich sind: Vertriebskanäle eines mal gut und mal weniger gut funktionierenden Geschäftsmodells.

 

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Rückblick E-Commerce-Frühstück Aachen

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Eine bunte Mischung aus den verschiedensten Branchen hatte sich vor rund zwei Wochen zum E-Commerce-Frühstück in Aachen versammelt. Die rund 15 Teilnehmer diskutierten nach dem Impulsvortrag von Michael Keukert über zahlreiche Themen aus dem Onlineshop-Alltag: Abmahnungen, Bewertungen in Onlineshops, Amazon als Verkaufsplattform, Umgang mit Kundenbeschwerden, Empfehlungsmarketing.

“Danke, das war eine tolle Veranstaltung. Viele neue Erkenntnisse und Anregungen für mich!”, kommentierte ein Teilnehmer des Frühstücks.

Das Frühstück und das Netzwerken kamen natürlich auch nicht zu kurz. Im Mittelpunkt stand aber ganz klar der Erfahrungsaustausch. Vielen Dank an die Teilnehmer für die offene und angeregte Diskussion. Wir freuen uns auf die kommenden Frühstücke, u. a. am 20.02.2015 mit dem Impulsvortrag “Amazon, Rakuten & Co. – Marktplätze als Ergänzung zum Onlineshop“.

 

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Bewertungen, Kundenmeinungen und Gütesiegel für Onlineshops

Veristore Gütesiegel Kundenmeinungen Onlineshop

Hinlänglich bekannt und unumstritten sind die positiven Effekte von Kundenmeinungen und Bewertungen in Onlineshops auf das Kaufverhalten, den Umsatz und die Warenkorbgröße. Für Shopbetreiber sind diese Bewertungssysteme aber ein zweischneidiges Schwert. Dem Nutzen steht ein oftmals erheblicher Aufwand gegenüber. Das betrifft nicht nur hohe, monatliche Gebühren, die schnell in den drei- oder gar vierstelligen Bereich gehen können, sondern auch den Aufwand bei der Implementierung oder der Umsetzung von Audits, die manche Anbieter verpflichtend verlangen. So kann dann ein Bewertungs-Siegel schnell einige tausend Euro zusätzlich an Kosten nach sich ziehen, die der Shopbetreiber zunächst gar nicht eingeplant hat. Ist das System an den Shop-Umsatz gekoppelt, droht weiteres Ungemach, sobald die neuen Umsätze an den Betreiber gemeldet werden müssen und die Kosten weiter steigen.

Die Idee, ein eigenes Bewertungssystem zu etablieren, kam in unserer langjährigen E-Commerce Praxis schon häufiger auf. Diesen Sommer haben wir Nägel mit Köpfen gemacht und seit einigen Tagen ist die von uns entwickelte Bewertungsplattform Veristore als eigenständige Firma gestartet.

Veristore realisiert alle positiven Aspekte eines Bewertungssystems mit Shop-Gütesiegel, ohne den Ballast vergleichbarer Lösungen mit sich herumzuschleppen. Veristore ist extrem schnell in einen Shop zu integrieren und bietet dabei für den jeweiligen Webdesigner erhebliche Flexibilität, wie zum Beispiel stufenlos skalierbare Elemente. Der Einbau in einen Shop oder in die Internetseite wird in den seltensten Fällen länger als 30 Minuten dauern – das schont das Budget für Webentwicklungen. Das feste (nicht gekoppelte) Preismodell gibt dem Shopbetreiber zusätzlich auch langfristig Planungssicherheit.

Pressevertreter, mit denen wir gesprochen haben, begrüßen es, dass auf dem eher statischen Markt der Bewertungsplattformen “endlich mal Bewegung” entsteht. Veristore ist bereits jetzt eine attraktive Alternative im Vergleich zu den etablierten Systemen. Mit den weiteren Entwicklungen, die für 2015 auf der Roadmap stehen, führen wir noch einige spannende, neue Features ein, die ihresgleichen suchen.

Probieren Sie es für Ihren Shop doch einfach mal aus! www.veristore.de

 

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Praxiswissen E-Commerce

Praxiswissen E-Commerce

 

Zusammen mit Michael Keukert habe ich mich einige Monate hingesetzt und viele Fragen, die unsere Kunden uns gestellt haben, in einem Buch zusammengefasst. Unsere eigene Erfahrung aus dem langjährigen Betrieb unserer eigenen Onlineshops sind dabei ebenso eingeflossen, wie die Praxiserfahrungen und Tipps von vielen Onlineshopbetreibern.

Angefangen haben wir mit einem Schreibwochenende im September 2013, unter anderem im Strandcafe The Sunset auf Ameland. Begleitet haben uns in den folgenden Monaten nicht nur jede Menge Sand, den wir im Auto mit zurück gebracht haben, sondern auch unzählige Tassen Kaffee, schlaflose (weil durchgeschriebene) Nächte und jede Menge gegenseitige Aufmunterung. Passend zum Einstieg: Die letzten Kapitel haben wir am Strand von Bagenkop geschrieben. Da bekam der Abschnitt “Internationalisierung” gleich seine eigene Bedeutung.

Und was haben wir da nun geschrieben? Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt und richtet sich sowohl an diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, zum ersten Mal einen eigenen Onlineshop zu eröffnen, als auch an die, die bereits einen Shop haben. Die vielfältigen Themen haben wir auf über 500 Seiten mit jeder Menge Praxisbeispielen und Grafiken unterstützt. Aus dem Inhalt:

Pre-Sales Das Buch deckt alle Bereiche des realen E-Commerce in der Praxis ab. Der erste Abschnitt widmet sich den Themen, die vor dem Start des Online-Shops wichtig sind: Von der Definition von Zielgruppen bis zur Erstellung eines Businessplans unter Berücksichtigung von variable und fixe Kosten. Die Entscheidung für die richtige Software, Tipps für die Agenturauswahl, Ratschläge zum Finden des idealen Domainnamens und natürlich ein realistischer Zeitplan werden ebenso behandelt.
Sales Im zweiten Buchabschnitt dreht sich alles um den eigentlichen Kaufvorgang. Dabei geht es vor allem um die Inhalte Ihres Shop-Systems. Der optimalen Produktpräsentation und dem Checkout-Prozess im Online-Shop wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Abwicklung von Bestellungen (Logistik) spielt dabei ebenso eine Rolle wie Zahlungsarten und Zahlungsausfall. Und natürlich geht es auch um die rechtlichen Aspekte des Online-Handels in Deutschland und bei der anstehenden Internationalisierung eines Online-Shops.
After-Sales Und weil »nach dem Kauf« auch immer »vor dem Kauf« ist, beschäftigt sich der dritte Teil des Buches ausführlich mit Marketing-Fragestellungen. Dabei geht es um Kundenservice und Offline-Werbung (Paketbeileger, Mailings, Anzeigenwerbung), um Online-Marketing mit Suchmaschinen, Google AdWords, E-Mail-Marketing und um den geeigneten Social-Media-Einsatz bis hin zu Shop-Controlling und dem Verkauf auf anderen Plattformen.

Ein besonderer Dank geht nochmal an den O’Reilly-Verlag, unsere Lektoren Volker Bombien und Inken Kiupel und unsere Interviewpartner Christoph Schmitz-Schunken, Dr. Christian Ankowitsch, Hubert Mirgartz und Iris Lutz.

Das Buch gibt es ab heute im lokalen Buchhandel. Natürlich auch online. Oder bei uns in der Agentur.

VK: 39,90 €
Broschiert: 544 Seiten
Verlag: O’Reilly; Auflage: 1 (30. Oktober 2014)
ISBN-10: 3955615081
ISBN-13: 978-3955615086

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So konsumiert Deutschland in Echtzeit

Der Morgenkaffee ist bei vielen zum Frühstück und im Büro nicht mehr wegzudenken. Wussten Sie, dass in Deutschland 2314 Tassen pro Sekunde getrunken werden?

Die animierte Infografik „So konsumiert Deutschland in Echtzeit“ zeigt anhand bekannter Händler und Produkte einen Teil des deutschen Konsumverhaltens in Echtzeit. Online spielt dabei eine immer größer werdende Rolle. Dabei gibt es einige interessante und erstaunliche Punkte zu entdecken – oder wussten Sie, wie hoch der sekündliche Umsatz im Bereich E-Commerce ist? Oder wie viel Umsatz Amazon im Vergleich zur Edeka-Gruppe täglich macht?

Klick: Ein Klick auf die Grafik zeigt die Zahlen in Echtzeit.

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